Jedes Plugin ist fremder Code, der auf deiner Website mitläuft. Es kann deine Seite bremsen, mit anderen Plugins kollidieren und im schlimmsten Fall Angreifern die Tür öffnen. Trotzdem sammeln sich auf den meisten WordPress-Websites über die Jahre Dutzende Plugins und Elementor-Add-ons an – viele davon längst ungenutzt. Mit dieser Checkliste prüfst du in rund 30 Minuten, was bleibt, was ersetzt wird und was weg kann.
Warum sich ein Plugin-Check lohnt
- Sicherheit: Laut dem Patchstack-Sicherheitsreport 2026 wurden 2025 insgesamt 11’334 neue Schwachstellen im WordPress-Ökosystem gemeldet – 42 % mehr als im Vorjahr. 91 % davon steckten in Plugins, nur 9 % in Themes. Bei 46 % gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen Fix, und Massenangriffe starteten im Median bereits nach fünf Stunden.
- Geschwindigkeit: Viele Plugins laden ihre Skripte und Stylesheets auf jeder Seite – auch dort, wo sie gar nicht gebraucht werden.
- Stabilität: Je mehr Plugins, desto höher das Risiko von Konflikten. Ein typisches Beispiel: Der Elementor-Editor lädt ewig, weil zwei Plugins sich gegenseitig stören.
- Aufwand und Kosten: Jedes Plugin will aktualisiert werden, und Premium-Lizenzen kosten jedes Jahr Geld.
Vorbereitung: Backup, Staging und Plugin-Liste
- Backup erstellen – Dateien und Datenbank.
- Auf einer Staging-Kopie arbeiten, damit deine Live-Website während des Tests unberührt bleibt.
- Plugin-Liste anlegen: Notiere unter „Plugins → Installierte Plugins“ alle Plugins mit Status und Version. Mit WP-CLI geht das in Sekunden:
wp plugin list --fields=name,status,version,update
Die 4-Fragen-Methode: So bewertest du jedes Plugin
Gehe deine Liste Zeile für Zeile durch und stelle zu jedem Plugin vier Fragen:
1. Nutze ich es wirklich?
Viele Plugins wurden für eine einmalige Aufgabe installiert – einen Import, einen Umzug, einen Test – und dann vergessen. Kannst du nicht in einem Satz sagen, wofür ein Plugin da ist, ist es ein Kandidat für die Löschliste.
2. Kann WordPress, mein Theme oder Elementor das schon?
WordPress bringt inzwischen vieles selbst mit: Lazy Loading für Bilder, WebP-Unterstützung und die Website-Zustand-Prüfung. Elementor Pro enthält Formulare, Popups und einen Theme Builder. Und dein SEO-Plugin erzeugt meist schon die XML-Sitemap und verwaltet Weiterleitungen. Ein separates Plugin für dieselbe Aufgabe ist doppelter Ballast.
3. Wird es noch gepflegt?
Schau auf WordPress.org oder beim Hersteller nach dem letzten Update. Faustregel: Kein Update seit mehr als sechs Monaten oder „nicht mit deiner WordPress-Version getestet“ ist ein Warnsignal. Wurde ein Plugin aus dem Verzeichnis entfernt, solltest du es sofort ersetzen.
4. Was kostet es an Leistung?
Manche Plugins sind unsichtbar leicht, andere fügen jeder Seite Dutzende Datenbankabfragen hinzu. Wie du das misst, liest du weiter unten.
Am Ende steht bei jedem Plugin eine von drei Entscheidungen: Behalten, Ersetzen oder Löschen.
Welche Plugins brauchst du wirklich? Die Übersicht
| Kategorie | Brauchst du es? | Hinweis |
|---|---|---|
| SEO | Ja, genau eines | Nie zwei SEO-Plugins parallel betreiben |
| Caching | Ja – als Plugin oder serverseitig | Nicht zwei Caching-Plugins kombinieren |
| Sicherheit / Firewall | Hängt vom Hosting ab | Bei Servflix läuft die Firewall bereits auf dem Server |
| Backup | Hängt vom Hosting ab | Bei Servflix sind tägliche Backups inklusive |
| Bildoptimierung | Oft sinnvoll | Wichtig bei vielen grossen Fotos |
| Kontaktformular | Eines reicht | Elementor Pro hat ein eigenes Formular-Widget |
| Cookie-Banner | Ja, wenn du Tracking nutzt | Wichtig für die DSGVO |
| Elementor-Add-on-Pakete | So wenige wie möglich | Siehe nächster Abschnitt |
| Slider, Countdown, Social Share | Meist nicht | Oft mit Elementor-Bordmitteln lösbar |
Elementor-Add-ons ausmisten
Add-on-Pakete für Elementor bringen oft 50 und mehr zusätzliche Widgets mit. Genutzt werden auf einer typischen Website zwei oder drei davon – geladen und gepflegt werden aber alle. So gehst du vor:
- Öffne Elementor → Element-Manager. Dort siehst du für jedes Widget, wie oft es auf deiner Website verwendet wird.
- Deaktiviere alle Widgets mit null Verwendungen. Sie erscheinen dann nicht mehr im Editor, und der Editor wird übersichtlicher.
- Viele Add-on-Pakete haben zusätzlich eigene Schalter, mit denen du einzelne Module abschaltest. Nutze sie.
- Nutzt du aus einem Paket nur ein einziges Widget, ersetze es durch ein Standard-Widget von Elementor und lösche das Paket.
Faustregel: höchstens ein Add-on-Paket zusätzlich zu Elementor Pro. Ob du überhaupt Elementor Pro brauchst oder eine Alternative reicht, vergleichen wir im Beitrag ProElements vs. Elementor Pro.
Messen statt raten: Query Monitor und PageSpeed
Mit dem kostenlosen Plugin Query Monitor siehst du für jede Seite, wie viele Datenbankabfragen, HTTP-Anfragen und PHP-Fehler jedes Plugin verursacht (Ansicht „Queries by Component“). Plugins, die hier weit oben stehen, verdienen einen genauen Blick. Deaktiviere Query Monitor nach der Analyse wieder.
Miss ausserdem vor und nach dem Aufräumen deine wichtigsten Seiten mit PageSpeed Insights. So siehst du schwarz auf weiss, was der Check gebracht hat.
Plugins sicher entfernen in 5 Schritten
- Backup erstellen.
- Plugin deaktivieren, nicht sofort löschen.
- Website testen: Startseite, Formulare, Checkout und die wichtigsten Unterseiten – am besten ein bis zwei Tage lang.
- Plugin löschen. Wichtig: Deaktivierte Plugins liegen weiter auf dem Server und können je nach Schwachstelle trotzdem angegriffen werden.
- Reste prüfen: Manche Plugins hinterlassen Tabellen und Einstellungen in der Datenbank. Viele bieten dafür eine Option „Daten beim Deinstallieren löschen“ – aktiviere sie vor dem Löschen.
Deine Checkliste zum Abhaken
- ☐ Backup erstellt und Staging-Kopie angelegt
- ☐ Plugin-Liste mit Version und Status notiert
- ☐ Jedes Plugin mit den 4 Fragen bewertet
- ☐ Doppelte Funktionen (SEO, Caching, Formulare) aufgelöst
- ☐ Ungenutzte Elementor-Widgets im Element-Manager deaktiviert
- ☐ Nicht mehr gepflegte Plugins ersetzt
- ☐ Unnötige Plugins deaktiviert, getestet und gelöscht
- ☐ Ladezeit vorher und nachher gemessen
- ☐ Nächsten Check im Kalender eingetragen
Häufige Fragen
Wie viele Plugins sind zu viele?
Eine feste Zahl gibt es nicht. 20 gut gepflegte, schlanke Plugins sind unproblematisch, ein einziges schlecht programmiertes kann eine Website lahmlegen. Entscheidend sind Qualität, Pflege und Nutzen jedes einzelnen Plugins – nicht die Anzahl.
Reicht es, ein Plugin zu deaktivieren?
Nein. Deaktivierte Plugins liegen weiterhin auf dem Server, und ihre Dateien können je nach Schwachstelle trotzdem angegriffen werden. Plugins, die du nicht mehr brauchst, solltest du nach einer Testphase löschen.
Wie oft sollte ich meine Plugins prüfen?
Einmal pro Quartal ist ein guter Rhythmus. Zusätzlich lohnt sich ein Check vor grösseren Updates, vor einem Relaunch und immer dann, wenn die Website spürbar langsamer wird.
Sind Premium-Plugins sicherer als kostenlose?
Nicht automatisch. Laut Patchstack-Report 2026 wiesen Premium-Komponenten sogar dreimal mehr bekannte, aktiv ausgenutzte Schwachstellen auf. Dazu kommt: Updates gibt es nur mit gültiger Lizenz. Eine abgelaufene Lizenz ist daher ein Sicherheitsrisiko.
Fazit: Weniger Plugins, weniger Sorgen
Ein Plugin-Check kostet dich eine halbe Stunde und bringt eine schnellere, stabilere und sicherere Website. Noch einfacher wird es, wenn dein Hosting die Grundlagen schon mitbringt: Bei Servflix laufen Firewall, tägliche Backups und Server-Caching auf Server-Ebene – dafür brauchst du keine eigenen Plugins. Schau dir unser Elementor Hosting oder alle Tarife an.